Freitag, 23. August 2013

Blackout – Was passiert, wenn das Internet ausfällt?


Stromnetze, Börsen, Handelsströme – die Welt hängt am Internet. Doch was passiert, wenn das Web ausfällt?
Google weg, Facebook weg, E-Mails weg. Kein Onlinebanking, kein Telefon über das Internet. Und weil so viele Menschen gleichzeitig mit dem Handy telefonieren wollen, geht auch mobil nichts mehr. Nach ein paar Stunden stoppen Logistik und Handel, Apotheken und Supermärkte bestellen keine Waren mehr, Flugzeuge bleiben am Boden, die Börse bricht zusammen. Nach einigen Tagen fällt der Strom aus, weil Kraftwerke über das Netz gesteuert werden. Ohne Strom keine Wärme, kein Wasser – und die Welt, wie wir sie kannten, versinkt ohne Internet im Chaos.

Kann das wirklich passieren?
„Ich würde mir nicht zutrauen, einen Bereich zu nennen, der noch nicht gefährdet ist“, sagt IT-Experte Max Mühlhäuser, Chef des Telecooperation Lab an der Technischen Universität Darmstadt. Auch das Weltwirtschaftsforum warnt in seinem aktuellen „Global Risks Report“, dass der Ausfall einzelner Netze zu einem Zusammenbruch der gesamten Infrastruktur führen könne. „Es gibt keine absolut sicheren Systeme, sondern nur Systeme, deren Fehler bisher nicht entdeckt worden sind“, heißt es dort bedrohlich.

Die Gegenmeinung vertritt Stefan Ritter, Leiter des IT-Lagezentrums beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): „Wenn es um die IT-Sicherheit der Bundesrepublik geht, habe ich keine schlaflosen Nächte.“ Ist die Angst vor dem Internetblackout also unbegründet? Wie sicher sind die Datennetze wirklich?
Blackout: Das passiert
Sollte das Internet eines Tages ausfallen, kann man nicht mehr googeln, was zu tun ist. Man kann auch seine Facebook-Freunde nicht um Rat fragen. Doch darüber hinaus sind noch weit mehr Bereiche des täglichen Lebens betroffen.

• Mobilfunknetz: Fällt das Internet aus, bleibt als alternativer Kommunikationsweg oft nur das Mobilnetz. Unter dem Ansturm wird es zusammenbrechen.

• Cloud-Dienste: Millionen User könnten nicht mehr auf ihre Daten zugreifen. Denn: Fast jeder Zweite speichert schon heute zum Beispiel Bilder im Internet.

• Versandhandel: Große Anbieter wie Amazon könnten einen kurzfristigen Blackout überleben, kleineren Anbietern droht schneller der Bankrott.

• Börse: Die Infrastruktur der Deutschen Börse fiele nicht aus – wohl aber würden Verbindungen zu Kunden gekappt. Die psychologischen Folgen eines Blackouts auf die Finanzströme sind nicht kalkulierbar.

• Stromversorgung: Große Stromnetze funktionieren ohne Internet, sind also nicht direkt betroffen. Kleinere Anbieter setzen aber oft auf Fernwartung und externe Dienstleistungen, die ohne das Web nicht aufrechterhalten werden können.

• Vernetztes Haus: Das „Internet der Dinge“ könnte 2015 schon 15 Milliarden Geräte weltweit vernetzen. Ein Blackout hätte dann noch sehr viel dramatischere Folgen für unseren Alltag.

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